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Shared, Managed oder Cloud — die drei Preisklassen sind für völlig unterschiedliche Use-Cases gemacht. Wann was reicht, woran man Sparhosting erkennt und ab welcher Schwelle der Sprung lohnt.
Marcel Pötschke
Freiberuflicher Webentwickler
Hosting ist die Komponente, die Auftraggeber bei einer Webseite am häufigsten unterschätzen. Es kostet jeden Monat, ohne dass jemand es sieht — und genau deshalb landen viele Selbstständige beim ersten Angebot, das ihnen serviert wurde. Drei Euro, fünf Euro, manchmal als kostenfreier Bonus zur Domain. Das funktioniert auch — bis es das nicht mehr tut.
Was die Preisklassen wirklich unterscheiden, ist nicht die Speichergröße oder die Anzahl der Datenbanken. Es ist die Geschwindigkeit, die Verfügbarkeit, die Kontrolle und der Support, wenn etwas schiefgeht. Drei realistische Klassen, drei Use-Cases.
Bei Shared Hosting teilen sich hunderte oder tausende Webseiten denselben physischen Server. Das funktioniert, weil die meisten Webseiten zu jedem Zeitpunkt nichts tun — also können viele auf einer Maschine liegen.
Das passt zu:
Wo es bricht:
Erkennungsmerkmal für Sparhosting: monatlich unter 5 €, „unbegrenzter“ Speicher (technisch unmöglich), 99 % Uptime versprochen — was etwa sieben Stunden Ausfall pro Monat zulässt und in keinem ernsthaften SLA-Standard steht.
Hier zahlen Sie für Spezialisierung. Statt einer Universalmaschine bekommen Sie einen Provider, der genau auf Ihren Stack optimiert ist — fast immer WordPress, gelegentlich Shopify, statische Sites oder Headless-Setups.
Was Sie konkret bekommen:
Anbieter, die sich in der Praxis bewährt haben: Kinsta, WP Engine, Raidboxes, Cloudways. 30 € im Monat sind hier kein Premium-Aufschlag, sondern der Mindestwert für brauchbare Qualität.
Das passt zu Geschäftsseiten ab dem Punkt, an dem Ausfälle echtes Geld kosten — Lead-Gen, kleine Shops, Booking-Systeme, Online-Termin-Tools.
Hier bekommen Sie eine eigene Maschine oder einen Container — Sie sind der Admin. Niemand teilt sich Ihre Ressourcen, Sie bestimmen die Software, das Caching, die Routen.
Wann sich das lohnt:
Wo es scheitert:
Anbieter im Mittelfeld: Hetzner Cloud, DigitalOcean, AWS Lightsail. Bei Hetzner liegt der Einstieg bei 5 € — aber inklusive professioneller Pflege landen Sie bei 80–120 € pro Monat, sobald jemand verlässlich darauf aufpassen muss.
Drei einfache Indikatoren:
Bevor Sie Hosting buchen oder umziehen, klären Sie diese vier Punkte:
Ein Hoster, der diese vier Fragen klar beantworten kann, ist meistens ein guter. Einer, bei dem die Antworten „irgendwo in den FAQ“ liegen, eher nicht.
Ich schaue mir Ihre aktuelle Konstellation an, vergleiche mit zwei bis drei realistischen Alternativen und sage Ihnen ehrlich, ob ein Wechsel sich lohnt — oder ob Sie sich Stress sparen können.